 ##  [Gemischter Zustand](/de/node/50600) 

 Definition

Eine statistische Beschreibung eines Quantensystems, dargestellt durch einen Dichteoperator (Dichtematrix), der ein probabilistisches Ensemble möglicher reiner Zustände statt einer einzelnen Wellenfunktion kodiert; er liefert Erwartungswerte und Messwahrscheinlichkeiten, ohne anzugeben, welchen reinen Zustand das System ‚tatsächlich‘ einnimmt.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Ein gemischter Zustand formalisiert klassische Unsicherheit oder durch Verschränkung erzeugte Unkenntnis über einen Untersystem, indem er einen positiv semidefiniten, spur-eins Operator auf dem Hilbertraum des Systems zuordnet; dessen Eigenzerlegung entspricht einem Ensemble reiner Zustände und Gewichten.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein Qubit, das mit Wahrscheinlichkeit 0,7 in |0&gt; und mit Wahrscheinlichkeit 0,3 in |1&gt; vorbereitet wird, wird durch die Dichtematrix 0.7|0&gt;&lt;0| + 0.3|1&gt;&lt;1| beschrieben; Erwartungswerte wie ⟨σz⟩ berechnet man als Tr(ρσz).

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Eine Dichtematrix fälschlich als bloße klassische Mischung zugrunde liegender definitiver reiner Zustände zu interpretieren (z. B. das Ignorieren von Off-Diagonal-Elementen, die durch Kohärenz entstehen) führt zu falschen Vorhersagen hinsichtlich Interferenz oder Korrelationen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Das Verwenden der Formalisierung gemischter Zustände erlaubt korrekte Berechnung beobachtbarer Statistik für Untersysteme, die Beschreibung thermischer Zustände und die konsistente Kombination mit quantenmechanischen Kanälen und Messmodellen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Das Gegenstück ist der reine Zustand: eine Projektion vom Rang eins (ρ=|ψ&gt;&lt;ψ|), die maximale Kenntnis über das System darstellt und eine Beschreibung durch einen Zustandsvektor anstelle eines Ensembles ermöglicht.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt für Hilberträume beliebiger Dimension und für jede Situation mit probabilistischer oder reduktionsbedingter Ungewissheit; es legt ohne zusätzliche Interpretation keine ontische Verteilung fest und schließt klassische Wahrscheinlichkeitsverteilungen über nicht-quantische Variablen aus.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Überlappt mit dem Begriff der ‚klassischen Mischung‘ — gemischte Zustände können sowohl epistemische Unwissenheit als auch durch Verschränkung verursachte statistische Mischungen repräsentieren; die epistemische versus ontische Lesart ist kontextabhängig.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Ein gemischter Zustand ist die operatorbasierte Repräsentation unvollständiger Information oder der Zustand eines Untersystems in der Quantenmechanik: ein positiver, spur-eins Dichteoperator, dessen Spektrum das wirksame Ensemble beschreibt und der durch die Spurregel Beobachtungsgrößen liefert.