Definition
Ein quantitatives Maß für den Kontrast eines Interferenzmusters, üblicherweise für Zwei-Wege-Interferenz definiert als V = (Imax − Imin) / (Imax + Imin), wobei Imax und Imin die gemessenen Maximal- bzw. Minimalintensitäten sind.

Prinzip

Prinzip
Die Sichtbarkeit beschreibt, wie gut phasenkohärente Amplituden konstruktiv und destruktiv interferieren; sie hängt ab von relativer Phasenstabilität, Amplitudenausgleich und Rauschen oder Dekohärenz, die kohärente Off-Diagonalelemente reduzieren.

Demonstration

Demonstration
Bei einem Doppelspaltversuch liefert die Messung der Intensität am Schirm Interferenzstreifen; die Berechnung von V aus den gemessenen Maxima und Minima quantifiziert, wie ausgeprägt das Muster ist und wie viel Kohärenz verbleibt.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Rohzählraten ohne Abzug des Hintergrunds zur Bestimmung der Sichtbarkeit zu verwenden oder hohe Sichtbarkeit mit vollständiger Abwesenheit einer Umweltwechselwirkung gleichzusetzen, ohne Detektorauflösung oder klassisches Rauschen zu berücksichtigen.

Konsequenz

Konsequenz
Die gemessene Sichtbarkeit begrenzt den Grad an Kohärenz und informiert zusammen mit Unterscheidbarkeitsmaßen über Kompromissrelationen (z. B. nimmt die Sichtbarkeit ab, wenn die Weginformation zunimmt). Sie ist relevant für Fehlerspezifikationen in Interferometern und Quantenprotokollen.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr ist Null-Sichtbarkeit: eine flache Intensitätsverteilung ohne beobachtbare Interferenzstreifen, was auf vollständige Inkohärenz der Wege oder vollständige Wegunterscheidbarkeit hinweist.

Abgrenzung

Abgrenzung
Leicht definiert für Zwei-Strahl-Interferenz; es gibt Verallgemeinerungen für Mehrstrahl-Interferenz und für Sichtbarkeit in Korrelationsfunktionen; praktisch begrenzt durch Dynamikbereich von Detektoren, endliche Stichproben und klassisches Rauschen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen Sichtbarkeit als praktischem Frangenkontrastmaß und formalen Kohärenzfunktionen (z. B. g(1)); Sichtbarkeit ist ein operatives Observabel, das bei Messfehlern von theoretischer Kohärenz abweichen kann.

Synthese

Synthese
Interferenzsichtbarkeit ist die operationale Größe, die den Frangenkontrast und damit die effektive Phasenkohärenz zwischen Alternativen quantifiziert; sie vermittelt zwischen formaler Kohärenz und experimenteller Beobachtung.