Definition
Eine statistische Beschreibung eines Quantensystems, dargestellt durch einen Dichteoperator (Dichtematrix), der ein probabilistisches Ensemble möglicher reiner Zustände statt einer einzelnen Wellenfunktion kodiert; er liefert Erwartungswerte und Messwahrscheinlichkeiten, ohne anzugeben, welchen reinen Zustand das System ‚tatsächlich‘ einnimmt.
Prinzip
Prinzip
Ein gemischter Zustand formalisiert klassische Unsicherheit oder durch Verschränkung erzeugte Unkenntnis über einen Untersystem, indem er einen positiv semidefiniten, spur-eins Operator auf dem Hilbertraum des Systems zuordnet; dessen Eigenzerlegung entspricht einem Ensemble reiner Zustände und Gewichten.
Demonstration
Demonstration
Ein Qubit, das mit Wahrscheinlichkeit 0,7 in |0> und mit Wahrscheinlichkeit 0,3 in |1> vorbereitet wird, wird durch die Dichtematrix 0.7|0><0| + 0.3|1><1| beschrieben; Erwartungswerte wie ⟨σz⟩ berechnet man als Tr(ρσz).
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Eine Dichtematrix fälschlich als bloße klassische Mischung zugrunde liegender definitiver reiner Zustände zu interpretieren (z. B. das Ignorieren von Off-Diagonal-Elementen, die durch Kohärenz entstehen) führt zu falschen Vorhersagen hinsichtlich Interferenz oder Korrelationen.
Konsequenz
Konsequenz
Das Verwenden der Formalisierung gemischter Zustände erlaubt korrekte Berechnung beobachtbarer Statistik für Untersysteme, die Beschreibung thermischer Zustände und die konsistente Kombination mit quantenmechanischen Kanälen und Messmodellen.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenstück ist der reine Zustand: eine Projektion vom Rang eins (ρ=|ψ><ψ|), die maximale Kenntnis über das System darstellt und eine Beschreibung durch einen Zustandsvektor anstelle eines Ensembles ermöglicht.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Hilberträume beliebiger Dimension und für jede Situation mit probabilistischer oder reduktionsbedingter Ungewissheit; es legt ohne zusätzliche Interpretation keine ontische Verteilung fest und schließt klassische Wahrscheinlichkeitsverteilungen über nicht-quantische Variablen aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Überlappt mit dem Begriff der ‚klassischen Mischung‘ — gemischte Zustände können sowohl epistemische Unwissenheit als auch durch Verschränkung verursachte statistische Mischungen repräsentieren; die epistemische versus ontische Lesart ist kontextabhängig.
Synthese
Synthese
Ein gemischter Zustand ist die operatorbasierte Repräsentation unvollständiger Information oder der Zustand eines Untersystems in der Quantenmechanik: ein positiver, spur-eins Dichteoperator, dessen Spektrum das wirksame Ensemble beschreibt und der durch die Spurregel Beobachtungsgrößen liefert.