Definition
Eine physikalische Größe in der Quantenmechanik, die mathematisch durch einen Operator (im Standardfall durch einen selbstadjungierten Operator) auf dem Hilbertraum des Systems dargestellt wird; Messergebnisse entsprechen Werten im Spektrum dieses Operators, und die Messstatistik wird durch das Spektralmaß des Operators in Verbindung mit dem Zustand bestimmt.
Prinzip
Prinzip
Messbare Größen werden durch Operatoren repräsentiert, deren spektrale Eigenschaften mögliche Ergebnisse und Wahrscheinlichkeiten festlegen; die Zuordnung von physikalischer Messung zu mathematischem Operator muss reelle Ausgänge und Kompositionsregeln (Vertauschungsrelationen) erhalten.
Demonstration
Demonstration
Ort und Impuls werden durch den Ortsoperator x bzw. den Impulsoperator p auf L2(R) modelliert; für ein Spin-1/2-System repräsentiert die Pauli-Z-Matrix das Observable 'Spin entlang z', dessen Eigenwerte ±ħ/2 die möglichen Messergebnisse liefern.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Jeden beliebigen linearen Operator unabhängig von Spektral- oder Definitionsbereichsfragen als Observable zu bezeichnen oder den Erwartungswert eines Operators als einzelnes, determiniertes Messergebnis für ein Individuumsystem zu interpretieren.
Konsequenz
Konsequenz
Ist ein Observable korrekt angegeben (typischerweise selbstadjungiert), so erhält man eine Spektralzerlegung, die mögliche Messwerte liefert, Wahrscheinlichkeiten gemäß der Born-Regel und ein Rahmenwerk zur Berechnung von Erwartungswerten, Varianzen und Vertauschungsrelationen, die die Unsicherheit bestimmen.
Umkehrung
Umkehrung
Zustände als Observables zu betrachten (z. B. Dichtematrizen als primäre Messgrößen) oder Messungen ausschließlich durch Zustandsvektoren zu repräsentieren, kehrt die übliche operatorzentrierte Zuordnung messbarer Größen um.
Abgrenzung
Abgrenzung
Dieser Eintrag setzt das Hilbertraumgerüst der Quantenmechanik voraus; verallgemeinerte Messungen, beschrieben durch positive Operatorwertige Maße (POVMs), erweitern den Observable-Begriff über einzelne selbstadjungierte Operatoren hinaus; in unendlich-dimensionalen Räumen können Definitionsbereichs- und Selbstadjungiertheitsfragen bestimmte formal hermitesche Ausdrücke ausschließen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Lehrbücher setzen oft 'Observable' = 'hermitescher Operator' zur Vereinfachung, doch in der strengen Behandlung ist Selbstadjungiertheit erforderlich; es besteht eine Spannung zwischen der operationalen Messprozedur und den mathematischen Anforderungen einer Spektralmaße.
Synthese
Synthese
Ein Observable ist die mathematische Darstellung einer messbaren physikalischen Größe durch einen Operator, dessen Spektrum und Spektralmaß die möglichen Ergebnisse und deren Wahrscheinlichkeiten bestimmen; operationelle Verallgemeinerungen (POVMs) erweitern dieses Grundkonzept, wenn ein einzelner selbstadjungierter Operator nicht ausreicht.