Definition
Eine quantenmechanische Darstellung, in der Operatoren unter einem gewählten lösbaren freien Hamiltonoperator H0 evolvieren, während Zustände unter dem Wechselwirkungs-Hamiltonian H_I in diesem Wechselwirkungsrahmen evolvieren; sie interpoliert zwischen Schrödinger- (Zustände evolvieren) und Heisenberg-Bild (Operatoren evolvieren) und ist auf die Störungstheorie zugeschnitten.
Prinzip
Prinzip
Teile den vollen Hamiltonoperator H = H0 + H_I so, dass der genau lösbare Teil H0 in die Operatorendynamik aufgenommen wird und die verbleibende Wechselwirkung der Erzeuger der Zustandsentwicklung wird; diese Umverteilung isoliert perturbative Effekte und macht zeitabhängige Störungserweiterungen praktikabel.
Demonstration
Demonstration
Definiere O_I(t) = e^{iH0 t/ħ} O_S e^{−iH0 t/ħ} und |ψ_I(t)⟩ = e^{iH0 t/ħ} |ψ_S(t)⟩, woraus iħ∂t |ψ_I(t)⟩ = H_I^I(t) |ψ_I(t)⟩ mit H_I^I(t) = e^{iH0 t/ħ} H_I e^{−iH0 t/ħ} folgt. Der Entwicklungsoperator im Wechselwirkungsbild erfüllt U_I(t,t0) = T exp(−(i/ħ) ∫_{t0}^t dt' H_I^I(t')).
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Das Wechselwirkungsbild zu verwenden, wenn H0 nicht exakt lösbar ist oder die Aufteilung wesentliche Symmetrien bricht, kann irreführend sein; das Vernachlässigen von Definitionsbereichsproblemen unbeschränkter Operatoren oder die Anwendung in der QFT ohne adiabatisches Einschalten kann Infrarot/Ultraviolett-Subtilitäten und falsche Streugrenzen einführen.
Konsequenz
Konsequenz
Bietet einen praktischen Rahmen für systematische Störungstheorie (Dyson-Reihe), vereinfacht die Berechnung von Übergangsamplituden und Korrelationsfunktionen durch Verlagerung bekannter Dynamik in die Operatorentwicklung und macht diagrammatische Entwicklungen durch explizite zeitliche Wechselwirkungs-Vertex deutlich.
Umkehrung
Umkehrung
Die umgekehrte Perspektive ist im Schrödinger-Bild zu verbleiben (alle Zeitabhängigkeit in Zuständen) oder im Heisenberg-Bild (alle Zeitabhängigkeit in Operatoren); diese Alternativen sind formal äquivalent, können aber bequemer sein, wenn eine natürliche Aufteilung H0 + H_I nicht verfügbar ist.
Abgrenzung
Abgrenzung
Erfordert einen wohl definierten freien Hamiltonoperator H0 mit bekannten Exponentialen; in der QFT im unendlichen Volumen oder für unbeschränkte Operatoren können technische Definitionsbereichs- und Haag-ähnliche Probleme eine naive Wechselwirkungsdarstellung verhindern, so dass adiabatisches Einschalten oder alternative Formulierungen nötig sind.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen der formalen Äquivalenz der Bilder und praktischen Vorteilen: Das Wechselwirkungsbild ist praktisch für Störungstheorie, aber problematisch in rigorosen QFT-Kontexten; zudem besteht Spannung in der Wahl der Aufteilung H0 + H_I, da unterschiedliche Wahlen die Störungstheorie unterschiedlich umstrukturieren.
Synthese
Synthese
Das Wechselwirkungsbild ist eine hybride Darstellung, die freie Evolution den Operatoren und wechselwirkungsbedingte Evolution den Zuständen zuweist; durch Isolierung eines lösbaren H0 macht es Störungserweiterungen handhabbar und legt zeitlokale Wechselwirkungsvertex offen, verlangt jedoch Sorgfalt, wenn die Aufteilung oder Operatorbereiche nicht wohl definiert sind.