Definition
Ein systematisches theoretisches Verfahren, das von einer gewählten quantenmechanischen Formulierung (Hamiltonian, Lagrange-Funktion oder S-Matrix-Axiome) ausgeht und einen expliziten Ausdruck für die Streuamplitude (T-Matrix oder S-Matrix-Element) als Funktion der ein- und ausgehenden asymptotischen Zustände und Dynamikparameter liefert.

Prinzip

Prinzip
Die Dynamik und die Struktur der asymptotischen Zustände (Ein-/Ausgangsrandbedingungen, Unitarität, Analytizität und Erhaltungsgrößen) nutzen, um die Amplitudenform zu bestimmen, die mit dem gewählten Rahmen konsistent ist.

Demonstration

Demonstration
Herleitung der ersten Born-Approximation aus der Lippmann–Schwinger-Gleichung für den T-Operator, Einsetzen der freien Greenschen Funktion, Entwicklung auf erster Ordnung im Potential und Auswertung der Matrixelemente zwischen ebene Wellen, so dass T(k',k) ≈ ⟨k'|V|k⟩ entsteht.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Nicht normalisierbare oder falsch normierte Streuzustände wie quadratintegrable gebundene Zustände zu behandeln; dies führt zu fehlerhaften Normalisierungsfaktoren und macht die Herleitung von Streuflächen ungültig.

Konsequenz

Konsequenz
Eine korrekte Herleitung liefert Amplitudenformeln, die beobachtbare Streugrößen (differentielle und totale Wirkungsquerschnitte, Phasenverschiebungen, Resonanzpole) vorhersagen und die Konsistenz mit Erhaltungssätzen und analytischen Eigenschaften der S-Matrix sicherstellen.

Umkehrung

Umkehrung
Inverse (datengetriebene) Streuung: Anstatt Amplituden aus Mikrodynamik herzuleiten, werden Wechselwirkungsparameter oder Potentiale aus experimentell bestimmten Amplituden oder Phasenverschiebungen mittels Inversionsverfahren rekonstruiert.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt, wenn asymptotische Frei-Teilchenzustände klar definiert und das gewählte Formalismus anwendbar ist; ausgeschlossen sind zeitlich begrenzte Wechselwirkungen ohne klare Asymptotik und Mehrkörper-Kontinua, die einfache Asymptotik zerstören.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Herleitung der Streuamplitude versus empirische Parametrisierung: Die Herleitung liefert eine theoriegestützte Funktionsform, während empirische Parametrisierungen Daten anpassen, ohne aus dem mikroskopischen Hamiltonoperator herzurühren.

Synthese

Synthese
Die Herleitung der Streuamplitude übersetzt ein quantenmechanisches Modell und seine Annahmen über asymptotische Zustände in explizite T- oder S-Matrix-Ausdrücke und verbindet so mikroskopische Dynamik mit beobachtbaren Streuergebnissen.